Schneeschieben…

Januar 28th, 2010

Ach ja, der liebe Schnee und die Stadtmenschen. Heute war es dann soweit. Ich machte mal wieder eine Beobachtung von welcher ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen soll. Man stelle sich einmal eine Reihe von den üblichen Garagen in Blockvierteln vor. Die muss man käuflich erwerben und einen Meter vor dem Tor den Schnee beseitigen. Für den Rest ist die Stadt verantwortlich. Also, was macht man? Man räumt auch wirklich nur diesen einen Meter!

Soweit so gut. Doch bei heftigen Schneefällen, wie sie derzeit wieder herniedergehen, ist es einfach so, dass das restliche Räumpersonal nicht hinterherkommt. Der gesunde Menschenverstand würde da doch fordern, dass ich statt des einen Meter die drei bis zur nächsten kleinen Grünfläche schiebe. Wenn das jeder Garagenbesitzer so tun würde, wäre der ganze Parkplatz ordentlich geräumt. Aber nein, der Stadtmensch lässt sich hier etwas neues einfallen!

Einen Meter, so dass das Tor aufgeht, wird geräumt. Nicht mehr, nicht weniger. Wie jetzt aber, wenn ziemlich viel Schnee liegt? Werden die Wege kürzer? Nein! Im Gegenteil! Eine herkömmliche Klapp-Einkaufskiste muss herhalten. Dort wird der Schnee hineingeschaufelt und dann – auf die kleine Grünfläche gegenüber des Garagentores getragen, ausgekippt, zurückgelaufen und wieder eingeladen! Warum schiebt man dann nicht gleich alles beiseite?

Ach man kann doch sprechen!

September 25th, 2009

Wieder besagte Mittagsruhe in der Stadt. Ich glaube langsam echt, dass diese Thema noch viele viele Anlässe für Geschichten geben wird. Dieses Mal aber wurde gesprochen. Keine Besenstile. Aber wie fiel die Konversation aus? Wieder animalisch.

Im Sommer bei fast 30 Grad ist es ja nicht unüblich, dass man alle möglichen Fenster geöffnet hält, um so den noch so kleinsten Windzug abzufangen und die Hitze erträglicher zu machen. Das heißt aber auch, dass man alles mitbekommt, was so um einen rum in den Wohnungen passiert – oder eben nicht.

An jenem heißen Tag war es in der Mittagspause ungewöhnlich ruhig. Keine Müllabfuhr, keine Besenstile. Nur das durch die Hitze nicht ganz so laute, vereinzelte Vogelgezwitscher einiger gefiederter Mitbewohner war zu vernehmen. Auf ein Mal und wie aus dem nichts schreit drei Balkons weiter ein Mann: “GEHT DIESE MUSIK AUCH LEISER? WENN MAN DAS ÜBERHAUPT MUSIK NENNEN KANN?” Angespanntes horchen in die Siedlung. Wo zum Teufel hört der Musik? Und selbst wenn in der Wohnung daneben Musik (wenn man sie so nennen kann, wenn nichts zu hören ist) läuft, warum kann man dann nicht beim Nachbarn klingeln und fragen? Achja, dann hätte ich hier ja nichts zu schreiben. Außerdem sollen ja alle etwas davon haben.

Fakt ist, selbst wenn jener Mann nach seiner Schrei-Attacke Ruhe hatte, die anderen Mitbewohner der Siedlung hatten es nicht. Sage und schreibe drei Kleinkinder fingen hernach an zu weinen und zu schreien. Eine direkte Verbindung zur Aufforderung der Reduzierung der Lautstärke, scheint gegeben. Denn die Kinderschreie kamen alle von den Balkons unter, ober und neben dem “Schreier”. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Kommunikationstalent.

Ach ja: Lösungsansatz für das nächste Mal: Einfach einen Besenstil besorgen! Damit kann man wie ein  besengter an die Wand schlagen und wenn man dann ein Loch im Stahlbeton hat, kann mit dem Ende des Besenstils auch noch die Stereo-Anlage des Nachbarn bedienen. Und nicht mehr schreien. Oder erst gar nicht sprechen, was ins Kommunikationsbild passen würde.

Das gesprochene Wort – eine tolle Erfindung ohne Nutzen.

September 20th, 2009

Dass die Menschen egoistisch und eigennützig sind, ist sicher nicht immer so, aber weithin bekannt. Hauptsache ich. Und das äußert sich eben auch im “normalen” zusammenleben – nicht nur auf Arbeit wo man jemanden aus der besseren Gehaltsklasse rauszumobben trachtet.

Miteinander sprechen und reden ist überbewertet. Denn dieses “Hauptsache ich” wird nicht etwa durch Gespräche geklärt, sondern durch Besenstile. Zumindest in der Stadt.

Als Dorfkind musste ich, um meinem Job nachgehen zu können, in die Stadt ziehen. Denn nur hier liegt Internet an, mit welchem man halbwegs ordentlich arbeiten kann. Schon der Einzug selbst aber, gestaltete sich nervenaufreibend und schwierig. Trotz der Mitteilung der Wohnungsgenossenschaft an alle in jenem Haus lebenden, dass es in den nächsten Tagen durch den Umzug etwas laut werden könnte, fühlte sich der “Unter-Nachbar” belästigt. Mitten in der Woche. Ruhestörung weil gebohrt wurde! Ahja… . Aber da einmal “vorstellig” zu werden und darauf hinzuweisen: Hier, wie haben kleine Kinder, könntest du bitte zwischen 13 und 15 Uhr Ruhe halten, ist nicht. Das soll man nun wissen.

Dass die Kinder schlafen müssen in der Mittagszeit, ist auch klar. Dass der Unterbewohner welche hat, hingegen nicht. Oder würden Sie dies aus einem Besenstil, der von unten an die Decke geschlagen wird als wolle man sich aus einer Gefangenschaft befreien, entnehmen? Ich jedenfalls nicht. Also das “Regelwerk des Zusammenlebens” aufgeschlagen und nach der Mittagsruhe unten geklingelt. Das war ihm sichtlich peinlich. Aber was solls. Es sei alles nicht so schlimm gewesen und er wollte nur auf die Mittagsruhe aufmerksam machen. Nun gut. Gelungen. Wie es sich für zivilisierte Menschen der Neuzeit ziemt: Mit dem Besen an die Decke geschlagen. Wie auch sonst? Die Debatte über Schulbildung, Jugend und ähnliches braucht also nicht neu aufgerollt zu werden, Gymnasien, Mittel-, Real- und Hauptschulen können geschlossen bleiben. Wer mit dem Besenstil um sich schlagen kann, der kann für diese Gesellschaft ausreichend kommunizieren.

Der Unterschied zum Dorf? Dort gibt es maximal am Sonntag Ruhe. Samstags eventuell. Aber es beschwert sich auch keiner, wenn um 13:30 Uhr ein Rasenmäher angeworfen wird. Da wächst man mit diesem “Lärm” auf. Achja… und normal sollte man dann doch mal die Stadt verklagen. Schließlich maßt sich der örtliche Abfallbeseitigungsdienst in jener Besen-schlag-Wohngegend an, in der Mittagszeit die Glascontainer zu entleeren und in der benachbarten Gartenlaube wird zu jener Zeit mit der Kettensäge hantiert. Aber egal. Ein Ärger-Ablass-Ventil ist ja gefunden: Der, der über einem wohnt! Wehe wenn der sich nicht Schaumstoff unter seine Hausschuhe klebt! Die Schritte sind ja so etwas von laut!

Ach übrigens: Kleiner Tipp für Leute aus dem ländlichen, die aus welchen Gründen auch immer in die Stadt ziehen müssen und denen das Kommunikationsgrundmittel Besen fehlt: Im Baumarkt sind die Stile ohne Besen teilweise billiger als mit den Borsten!

Beobachtungsblog geht online.

September 20th, 2009

Beobachtungsblog? Was soll dass denn sein? Nun, immer wieder beobachtet man im Leben im Alltag Dinge, die man einfach nicht verstehen kann. Oder die lustig sind. Oder die bewegen. Was auch immer es ist, im Beobachtungsblog wird dies analysiert und mit der Welt geteilt.

Vor allem geht es hierbei um verschiedene gesellschaftliche Hintergründe. Nicht reich und arm, arbeitend und Hartz IV. Hier geht es um Menschen, die vom Dorf in die Stadt ziehen und umgekehrt. Verschiedene Mentalitäten, die nichts mit Nation, ethnischer Herkunft oder sonstigem zu tun haben. Die Menschen hierzulande sind so unterschiedlich in ihren Verhaltens- und Glaubensmustern, dass man auch hier von einer nicht gelungenen Integration sprechen kann.

Stadtmenschen und Dorfmenschen sind sich unterschiedlicher und verschiedener, wie es schlimmer kaum gehen kann. Während der Eine nur und ausschließlich auf sich bedacht ist, sieht der Andere die Gemeinschaft, die Gruppe, den Zusammenhalt. Natürlich stehen diese Thesen immer unter dem Stern: Ausnahmen gibt es überall. Aber grundlegende Unterschiede zwischen Städtern und Dorfies sind einfach nicht von der Schippe zu wuchten.